Documentary / HD-Film / H.264 codec / 16:9 / 41:03 min. (2018)
Die 41-minütige Dokumentation „Deutlichland“ ist als ein Porträt von sechs in verschiedenen Ländern geborenen Personen zu begreifen, welche zusammen in Kiel Musik machen. Die Musiker werden nicht nur auf ihren Touren zu den Auftritten begleitet, sie gewähren auch Einblicke in ihre ganz persönlichen Reisen. Angedeutet werden individuelle Schicksale, welche durch die aktuelle politische Situation hervorgebracht wurden. Formal setzt sich die Arbeit aus Musik- und Bildzusammenhängen in rhythmisch-assoziativen Schnittkompositionen und der Wiedergabe von situativen Interaktionen der Protagonisten zusammen. Metaphorische Erzählungen des Bandleaders Momen Shaweesh stellen die weiteren Charaktere vor und gliedern den Film in fünf Kapitel. Momen beschreibt die Möglichkeit einer Verständigung über nonverbale Codes. Das subversive Potenzial von Musik, erschließt sich die Rezipient_in über die bildhafte Sprache des Hauptprotagonisten. Mit Undeutlichkeit wird auf allen Ebenen der formalen Gestaltung – dem Einsatz der Stimme des Hauptprotagonisten, des Fadings auf Bild- und Tonebene sowie dem Schärfespiel in der Darstellung der Motive – gespielt. Auch inhaltlich wird mit dem Prinzip der Indirektheit gearbeitet: Weder der Krieg noch die damit verbundenen traumatischen Erlebnisse der geflüchteten Bandmitglieder werden konkret dargestellt, wodurch mit der Erwartungshaltung der Zuschauer_in gebrochen wird. Stattdessen werden auf poetische Weise Möglichkeiten einer kulturellen Weiterentwicklung im europäischen Raum entworfen: Eine Gesellschaft wird skizziert, in der es den Menschen gelingt mithilfe von Musik miteinander in den Dialog zu treten. 
(Gemeinsame Arbeit mit Laura Carlotta Cordt)

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